Ulf Kämpfer

Ihr Kieler Oberbürgermeister

22. Februar 2014

Zu Gast
Gelungener Kulturabend: 6. Suchsdorfer Lesefest

Gespanntes Zuhören beim Lesefest Suchsdorf | Foto: Christoph Beeck

Man hät­te eine Steck­na­del fal­len hören, beim 6. Suchs­dor­fer Lese­fest am Frei­tag Abend — So inten­siv beweg­ten die Tex­te die rund 80 Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer. Sie han­del­ten von der Lie­be puber­tie­ren­der Jugend­li­cher, den Gefüh­len Erwach­se­ner und vom unge­rech­ten Tod. Ulf Kämp­fer, Kan­di­dat für das Ober­bür­ger­meis­ter­amt, eröff­ne­te den Rei­gen mit zwei Aus­zü­gen aus „Tschick“ von Wolf­gang Herrn­dorf. Nach den Wor­ten von Kämp­fer ein Jugend­ro­man, der von fast mehr Erwach­se­nen gele­sen wur­de. Es geht um die Lie­be und um die Exis­tenz als sol­che, auf die­sem Pla­ne­ten und woan­ders. Herrn­dorf, ster­bens­krank, beschrieb sein Leben im Blog („Arbeit und Struk­tur“), schließ­lich been­de­te er es selbst.

Eine poe­ti­sche und wun­der­schö­ne Dar­stel­lung mensch­li­cher Gefüh­le fand Ulri­ke Tei­gela­ke (Agen­tur für Musik und Schau­spiel) in Elsa Sophia von Kam­phoeve­ner „Allahs Tie­re“.

Oli­ver Pohl, Kreis­vor­sit­zen­der der Grü­nen, wähl­te „Die vier­zig Geheim­nis­se der Lie­be“ von Elif Shafak. Elif Shafak gehört zu den meist­ge­le­se­nen Schrift­stel­le­rin­nen in der Tür­kei. In ih-rem  Roman geht es um den Sufi-Dich­ter und Mys­ti­ker Rumi, der im ara­bi­schen Raum leb­te und um eine ame­ri­ka­ni­sche Mut­ter und Ehe­frau der Gegen­wart, die als Lite­ra­tur­ken­ne­rin mit ihm in Berüh­rung kommt.

Für den Kon­trast sorg­te schließ­lich Susan­ne Kal­weit mit Carl Zuck­may­ers „Als wärs ein Stück von mir“. Susan­ne Kal­weit ließ Zuck­may­ers Dar­stel­lung sei­ner Zeit (1922–23) im „Sprot­tenathen“ leben. Zuck­may­er sorg­te als Thea­ter­dra­ma­turg am Kie­ler Thea­ter stän­dig für Pro­vo­ka­tio­nen, die für die kon­ser­va­ti­ven Thea­ter­gän­ger nur schwer zu ertra­gen waren. Sei­nen eige­nen Raus­schmiss berei­te­te der bereits ange­zähl­te Künst­ler mit der Komö­die „Eunuch“ von Terenz vor, voll mit poli­ti­schen Anspie­lun­gen gegen die mili­tä­ri­schen Eli­ten und ero­ti­schen Sze­nen. Damit brach­te er die städ­ti­sche Kul­tur­bü­ro­kra­tie end­gül­tig gegen sich auf.

Ein inhalt­lich dich­tes Lese­fest, wel­ches die Vor­le­sen­den mit gro­ßem Bei­fall ver­ab­schie­de­te, gleich­falls die bril­lant auf­spie­len­den Musi­ker Hel­big & Hel­big, und die exzel­lent vor­be­rei­te­te Mode­ra­to­rin Andrea Köß­ling.

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