Ulf Kämpfer

Ihr Kieler Oberbürgermeister

21. März 2014

Kiel mit Weitblick
„Klimafreundlich und gut erschlossen“

An der neuen Veloroute 10: Ulf Kämpfer präsentiert sein Positionspapier

Auch Kiel trägt als Stadt Ver­ant­wor­tung für nach­hal­ti­ge, kli­ma­freund­li­che Ener­gie­kon­zep­te. Für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ist die Nut­zung des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs ein Bei­trag, gleich­zei­tig gehört er aber auch zur Daseins­vor­sor­ge und stellt für vie­le Men­schen die ein­zi­ge bezahl­ba­re Mobi­li­tät dar. Wir wol­len mög­lichst vie­le Ein- und Aus­pend­ler auf umwelt­ver­träg­li­chen Ver­kehrs­mit­tel brin­gen, denn damit spa­ren wir nicht nur gro­ße Men­gen an Abga­sen und Kos­ten bei der Unter­hal­tung der Stra­ßen ein, son­dern ermög­li­chen bei stei­gen­den Ben­zin­prei­sen bezahl­ba­re Mobi­li­tät für alle Men­schen in der Kie­ler Regi­on.

Kieler Klimaschutzziele: Global denken, lokal handeln

Da der Umbau der Ener­gie­ver­sor­gungs­struk­tu­ren aus öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Grün­den unver­zicht­bar ist, hat die Kie­ler Rats­ver­samm­lung 2011 ein Kon­zept zur kli­ma­ver­träg­li­chen Ener­gie­er­zeu­gung und -ver­sor­gung beschlos­sen. Hier lie­gen die Schwer­punk­te auf der opti­ma­len Nut­zung der regio­nal ver­füg­ba­ren rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­trä­ger, z.B. durch die Unter­stüt­zung des Wind­park­pro­jek­tes im Kie­ler Süden und die Prü­fung, ob ein Bio­mas­se-Heiz­kraft­werk gebaut wird. Eben­so wich­tig ist eine zügi­ge Umset­zung der Nach­fol­ge­lö­sung für das alte Gemein­schafts­kraft­werk auf Gas­ba­sis, da so eine hohe CO2-Ein­spa­rung von 50–60% erreicht wer­den kann und die Kie­ler Fern­wär­me­ver­sor­gung lang­fris­tig sicher­ge­stellt wird.

Wich­tig für den Kli­ma­schutz ist auch die ener­ge­ti­sche Sanie­rung des Alt­bau­be­stan­des sowie ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Neu­bau, was gemein­sam mit der Woh­nungs­wirt­schaft rea­li­siert wer­den muss. Die öffent­li­chen Bau­ten haben dabei einen Vor­bild­cha­rak­ter in der Kli­ma­schutz­stadt Kiel.

Seit dem Beschluss wur­den bereits vie­le kon­kre­te Pro­jek­te in Angriff genom­men und der Vor­satz berück­sich­tigt, die Bevöl­ke­rung umfas­send zu betei­li­gen. Bei der Umset­zung vor Ort ist die Ener­gie­wen­de ein gro­ßes The­ma, das ein koor­di­nier­tes wie koope­ra­ti­ves Vor­ge­hen der gesam­ten Stadt­ver­wal­tung erfor­dert. Die Ener­gie­wen­de hat nicht nur die unstrei­ti­gen öko­lo­gi­schen Vor­tei­le, son­dern sie beinhal­tet auch erheb­li­che regio­nal­wirt­schaft­li­che Vor­tei­le in Gestalt von zusätz­li­chen hoch­wer­ti­gen Arbeits­plät­zen und Steu­er­ein­nah­men!

Kraftwerk auf dem Ostufer: Gas statt Kohle

Für das alte Koh­le-Heiz­kraft­werk, des­sen „Lebens­dau­er“ 2015/16 abläuft, wur­de mit dem Beschluss des Umbaus in ein modu­la­res Heiz­kraft­werk mit Gas­mo­to­ren, ergänzt durch Elek­tro­den­heiz­kes­sel und Wär­me­spei­cher eine ener­gie­wirt­schaft­lich opti­ma­le Lösung gefun­den, die auch ein euro­päi­sches Vor­zei­ge­pro­jekt ist, auf das wir uns freu­en kön­nen.

Um den Zeit­plan für die Umset­zung ein­zu­hal­ten, arbei­ten Stadt und Stadt­wer­ke Hand in Hand inten­siv an der Rea­li­sie­rung. Die gemein­sa­me Finan­zie­rung des Eigen­ka­pi­tal­an­teils durch die Stadt und MVV ist von Sei­ten Kiels bereits im Rah­men des Haus­halts beschlos­sen und geneh­migt. Bis­lang ist aller­dings noch kei­ne end­gül­ti­ge Ent­schei­dung über die not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen für den Bau des geplan­ten Gas­mo­to­ren­kraft­werks getrof­fen wor­den. Es ist mein Ziel, als Ober­bür­ger­meis­ter sehr schnell die not­wen­di­gen Gesprä­che und Ver­hand­lun­gen zu füh­ren, damit der Bau des Kraft­werks sich nicht wei­ter ver­zö­gert und eine kli­ma­freund­li­che­re Ener­gie­ver­sor­gung und Ver­sor­gungs­si­cher­heit für die Fern­wär­me­ver­sor­gung sicher­ge­stellt wird.

Fahrradstadt Kiel: auf zwei Rädern gut unterwegs

Kiel ist DIE Fahr­rad­stadt in Nord­deutsch­land, vie­le Kie­le­rin­nen und Kie­ler fah­ren mit dem Rad zur Arbeit, in die Uni­ver­si­tät oder zur Schu­le. Ich möch­te, dass die­se Ver­kehrs­form für noch mehr Men­schen noch attrak­ti­ver wird und dass der Anteil der Zwei­rä­der im Gesamt­ver­kehr von aktu­ell einem Vier­tel auf 30% steigt. Das kön­nen wir durch die Aus­wei­tung exis­tie­ren­der und die Ein­rich­tung neu­er Fahr­rad­stra­ßen und Velo­rou­ten errei­chen. Ins­be­son­de­re die Velo­rou­te 10, von Has­see bis zur Uni­ver­si­tät, macht die Stadt­tei­le Has­see, Rus­see und die davon süd­lich gele­ge­nen Wohn­ge­bie­te für Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten attrak­ti­ver: Durch die Velo­rou­te wird die Ver­bin­dung zur Uni­ver­si­tät merk­lich bes­ser. Mit Rad­schnell­we­gen wol­len wir außer­dem das Umland für Rad­fah­rer bes­ser an Kiel anbin­den, sodass auch Pend­ler von außer­halb des Stadt­ge­bie­tes mit dem Rad bequem zur Arbeit fah­ren kön­nen. Aber auch Nicht-Kie­le­rin­nen und -Kie­ler sol­len die Gele­gen­heit bekom­men, die Stadt per Rad zu erkun­den. Das errei­chen wir, indem die Fahr­rad-Lei­h­an­ge­bo­te für Tou­ris­ten aus­ge­wei­tet wer­den. Bei der Fahr­rad­freund­lich­keit ist Kiel spit­ze und muss es blei­ben!

StadtRegionalBahn: Stadt und Umland auf Schienen

Schon lan­ge wer­den der Bau einer Stadt­Re­gio­nal­Bahn und die Umsetz­bar­keit dis­ku­tiert. Ich hal­te die­sen Weg grund­sätz­lich für sinn­voll Die Erfah­run­gen aus vie­len ande­ren Städ­ten wie z.B. Karls­ru­he zei­gen, dass die Kom­bi­na­ti­on von Bus und Bahn die höchs­te Akzep­tanz erzielt und am bes­ten in der Lage ist, den stei­gen­den Mobi­li­täts­be­darf zukunfts­si­cher abzu­wi­ckeln. Eine Stadt­re­gio­nal­bahn wür­de bar­rie­re­frei durch die Stadt und in das Umland fah­ren, wovon Senio­ren, Men­schen mit Behin­de­rung, aber auch jun­ge Fami­li­en mit Kin­der­wa­gen pro­fi­tie­ren. Und die Stra­ßen wür­den für die­je­ni­gen, die auf ein KFZ ange­wie­sen sind, wie Bus­se, Lie­fer­ver­kehr, Hand­wer­ker, Feu­er­wehr und Ret­tungs­fahr­zeu­ge, frei­er sein.

Für die Stadt­Re­gio­nal­Bahn wer­den hohe Zuschüs­se von Bund und Land gewährt. Die alter­na­ti­ve Aus­wei­tung des Bus­ver­kehrs ist nur unter ähn­lich hohen Inves­ti­tio­nen in die Stra­ßen-Infra­struk­tur (z.B. län­ge­re Bus­hal­te­stel­len, groß­flä­chi­ge Umbau­ten von Kreu­zun­gen, flä­chen­de­ckend Bus­spu­ren) mög­lich, und wür­de mit deut­lich gerin­ge­ren Zuschüs­sen kaum eine Qua­li­täts­ver­bes­se­rung brin­gen.

Ich möch­te, dass Kiel gemein­sam mit den Umland­krei­sen die  Stadt­Re­gio­nal­Bahn umsetzt, weil ich von der Zukunfts­taug­lich­keit  des Pro­jekts über­zeugt bin. Drei Vor­aus­set­zun­gen müs­sen aber  erfüllt sein:

  1. Die Kie­le­rin­nen und Kie­ler müs­sen die Stadt­Re­gio­nal­Bahn wol­len,
  2. die Umland­krei­se sie unter­stützen und
  3. die Finan­zie­rung  muss soli­de und mit der not­wen­di­gen Haus­halts­kon­so­li­die­rung  verein­bar sein.

Mir ist klar, dass dies kei­ne klei­nen Hür­den sind.

Reaktivierung von Bahnstrecken: vorhandene Schienenstrecken wieder nutzen

Die neue Nut­zung alter Bahn­stre­cken zeigt bereits den stei­gen­den Bedarf am Schie­nen­ver­kehr und des­sen Aus­bau: Die Reak­ti­vie­rung von Regio­nal­bahn­stre­cken ist des­halb rich­tig und wird von mir unter­stützt. Auf der Stre­cke Kiel-Schön­ber­ger Strand mit den Kie­ler Hal­te­punk­ten in Eller­bek und Oppen­dorf fährt als ers­ter Schritt bereits jetzt mor­gens ein Zug auf die­ser Stre­cke vom Haupt­bahn­hof zum neu­en Hal­te­punkt „Kiel – Schu­len am Lang­see“. Dadurch wird ermög­licht, dass die Schü­ler und Leh­rer vom RBZ Tech­nik und vom Hans-Gei­ger-Gym­na­si­um wäh­rend der mor­gend­li­chen Stoß­zeit, in der alle Bus­se über­füllt sind, kom­for­ta­bel und schnell zu ihren Schu­len kom­men.

Die­se posi­ti­ve Ent­wick­lung soll auch in ande­ren Gebie­ten pas­sie­ren. So ist die Wie­der­eröff­nung des Hal­te­punk­tes Kiel-Rus­see ein wich­ti­ger Schritt, der nach Suchs­dorf und Elm­schen­ha­gen den Men­schen in einem wei­te­ren Stadt­teil umwelt­freund­li­che und kom­for­ta­ble Mobi­li­tät ermög­licht.

Seniorenticket

Die Sicher­stel­lung der Mobi­li­tät gehört zur Daseins­vor­sor­ge. Des­halb ist es rich­tig, in Kiel die Ein­füh­rung eines preis­güns­ti­gen soge­nann­ten Senio­ren­ti­ckets für Pen­sio­nä­re, Rent­ne­rin­nen und Rent­ner zu prü­fen. Der Öffent­li­che Ver­kehr mit den Ver­kehrs­un­ter­neh­men KVG, Auto­kraft, VKP, SFK, Regio­nal­bahn und NOB soll in der Ver­kehrs­re­gi­on Kiel, d.h. in Kiel sowie in Tei­len der Krei­se Plön und Rends­burg / Eckern­för­de, genutzt wer­den kön­nen. Mit einem Preis von 35€ für das Monatsti­cket im Jah­res­abo ist das eine Ver­güns­ti­gung um 25% gegen­über dem regu­lä­ren Preis. Über die­se Plä­ne wird im Sep­tem­ber 2014 in der Rats­ver­samm­lung ent­schie­den wer­den. Um Mobi­li­tät in ganz Schles­wig-Hol­stein zu ermög­li­chen, soll außer­dem geprüft wer­den, ob im Rah­men des SH-Tari­fes auch ein lan­des­wei­tes Senio­ren­ti­cket ein­ge­führt wer­den kann.

Verkehrsberuhigung — Tempo 30-Zonen

In Kie­ler Wohn­ge­bie­ten gilt seit lan­gem flä­chen­de­ckend Tem­po-30. Die Tem­po-30-Zonen sind ein ech­ter Erfolg: Ver­kehrs­si­cher­heit (kei­ne Unfäl­le mit Per­so­nen­scha­den und ins­ge­samt gerin­ge Unfall­zahlen mit gerin­gen Aus­wir­kun­gen), Lärm­re­du­zie­rung, mehr Lebens­qua­li­tät.

Nach sorg­fäl­ti­ger Prü­fung kön­nen bewohn­te und stark mit Ver­kehr belas­te­te Ein­falls- und Durch­gangs­stra­ßen – nachts zwi­schen 22 und 6 Uhr – im Rah­men des aktu­ell in Auf­stel­lung befind­li­chen Lärm­ak­ti­ons­plans mit wei­te­ren Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen ver­se­hen wer­den.

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2 Kommentare

  1. Stig Lindgren sagt:

    Senio­ren­ti­cket
    wo gibt es das?

  2. Die SPD-Rats­frak­ti­on hat im Novem­ber geschrie­ben:
    „In der Geschäft­li­chen Mit­tei­lung „Ein­füh­rung eines Senio­ren­ti­ckets im Kie­ler Nah­ver­kehr“ (Druck­sa­che 0729/2014) legt der Ober­bür­ger­meis­ter nach­voll­zieh­bar dar, dass es orga­ni­sa­to­risch und finan­zi­ell schwie­rig für die Lan­des­haupt­stadt Kiel ist, allei­ne und ohne die ande­ren Kom­mu­nen im Ver­kehrs­ver­bund ein Senio­ren­ti­cket ein­zu­füh­ren. Des­halb haben wir den Ober­bür­ger­meis­ter durch einen Antrag in der Rats­ver­samm­lung auf­ge­for­dert, im schles­wig-hol­stei­ni­schen Ver­kehrs­ver­bund eine gemein­sa­me Lösung zu fin­den.“

    http://www.spd-net-sh.de/kiel/index.php?mod=article&op=show&nr=15602

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